Wedisches Urahnenerbe 09032016

Bericht von einem Vortragsabend in Fürstenfeld am 9. März 2016

In atemberaubenden Tempo wurden dem staunenden Publikum überblicksmäßig eineinhalb Millionen Jahre Menschheitsgeschichte und die wedische Gesundheitslehre vermittelt, dies auch noch mit Anmerkungen zum aktuellen politischen Geschehen. Der Eintritt von 20 Euro schien in Anbetracht dessen, dass kein unmittelbarer Nutzen des Vortrages erkennbar war und es sich um eine Werbeveranstaltung für Folgeveranstaltungen und zahlreiche mitgebrachte Produkte zu handeln schien, nicht angebracht.

Dem Publikum, das – wie eine kurze Vorstellungsrunde zeigte – keineswegs unbedarft war, versuchte dem Vortrag zu folgen, wurde zunehmend erschöpft und verwirrt und gleichzeitig damit  vertröstet, dass es zum Erwerb einschlägige Bücher gibt, die wieder entwirren – allerdings zu horrenden Preisen. Oder – andere Möglichkeit, man könne sich bei einer Schulung im norddeutschen Rügen Klarheit verschaffen.

Ein Naheverhältnis zur Anastasia-Bewegung wurde gegen Ende des Abends offenbart. Die Lehren von Grigori Grabovoi enthielten, so Herr Seewald, wohl auch Gutes… Dem Publikum wurde nahegelegt, unbedingt alle zehn Anastasia-Bücher zu lesen, wenn möglich wieder und wieder. Bis auf die letzten beiden Bände sind die Anastasia-Bücher als PDF im Web gratis zu beziehen – beispielsweise hier: http://www.naturwesen11.com (ohne Gewähr!)

Die Anastasia-Bücher, die einen wahren Hype auslösten, sind zweifellos eine Inspirationsquelle. Wir empfehlen sie jedoch mit Vorbehalt, nach dem alten Grundsatz „Das Gute behalte…“. Einige Inhalte erscheinen uns doch sehr roman- oder märchenhaft. Der Autor Wladimir Megre behauptet so manches kühn, das nicht verifizierbar ist.

Jedenfalls, die ausgelöste Bewegung hat durchaus ihr Gutes. Menschen besinnen sich wieder auf die Natur auf Nachhaltigkeit, auf altes Wissen, auf Selbstheilung, auf ihr kulturelles Erbe und Ahnenerbe. Sie denken bei ihrer Lebensplanung wieder an künftige Generationen. Es wird mit der Natur Kommunikation aufgenommen und in einem respekt- und liebevollen Bewusstsein Verbindung mit Mutter Erde gepflegt. Der Wert von Gärten, vom Landleben, von eigener Hände Arbeit wird wieder mehr denn je geschätzt und vieles mehr.

Wjatscheslaw Seewald, russisch-deutscher Abstammung und seit 18 Jahren  in Deutschland wohnhaft, ist natürlich aufgrund seiner Wurzeln idealer Botschafter für eine freundschaftliche Vernetzung von russischem und germanischem Kulturgut. Diesem Thema wurde entsprechend ausführlich Raum gegeben.

Im zweiten Teil des Abends vermittelte Oleg G. Pankov Symbole und das Chakrensystem nach wedischer Lehre, klärte über den Machtmissbrauch der Weltreligionen und über Okkultes auf. Er warnte Singles vor der Anwendung von Yogatechniken und interpretierte den vorzeitigen Aufbruch von Besuchern des Vortrags als von Dämonen initiiert. Bei aller Offenheit für Neues (und Altes) wurde dies dem Publikum zu heftig, doch es schwieg artig.

Zu einer Fragerunde wurde man mit der Bemerkung: „Nun, das war wohl wiriklich etwas zu viel…“ nicht gerade ermutigt.

Fazit: Weniger – und das strukturiert und anwendbar – wäre mehr gewesen. Geld zurück, das hat wohl aufgrund des recht autoritäten Auftretens der beiden Herren niemand zu verlangen gewagt.

Nichstdestotrotz lohnt sich sicher eine Beschäftigung mit den Weden, die neulich weit griffiger von Raik Garve im Gerberhaus, ebenfalls Fürstenfeld vorgestellt wurden. Wenn jemand sich hinreißen lässt, alte Dogmen, die er überwunden glaubt. durch andere Dogmen ersetzen zu müssen, wird ihm dies durch die Lehre dieser „Wissenden“ ermöglicht… Was wir heute brauchen ,ist jedoch, so meint die Kristallquelle, das Gegenteil – das Übernehmen von Selbstverantwortung und die Befreiung von belastenden Mythen und von Fremdbestimmung und nicht eine Fortsetzung auf andere Art.

Flyer Wedischer Urahnenerbe 03 16 Oesterreich

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