Bienensterben

http://www.zeitenschrift.com/artikel/rotten-handystrahlen-unsere-bienen-aus#.Uu3-VfbtJ0s

„Wenn die Bienen aussterben, sterben vier Jahre später auch die Menschen aus“ (Albert Einstein)

Der lange Winter hat nicht nur Mensch und Tier hart zugesetzt und den Anbauzyklus in der Landwirtschaft massiv verzögert, auch die Bienen benötigen dringend wärmere Tage, um ausfliegen und Nahrung sammeln zu können.
Dies ist umso wichtiger, als eines der größten Naturwunder, die Honigbiene, die seit Menschengedenken verlässlich von Blüte zu Blüte fliegt, zunehmendem Stress ausgesetzt ist und langsam verschwindet. Es ist ein mysteriöses Sterben, das weltweit mit Sorge beobachtet wird, denn ohne die Biene ist unser Leben undenkbar. Sie ist die große Ernährerin der Menschen. Zwischen Pestiziden, Antibiotika, Monokulturen und dem Transport von Plantage zu Plantage scheinen Königinnen und Arbeiterinnen ihre Kräfte zu verlieren.

Am 15. März 2013 stand ein Vorschlag der EU-Kommission zur Abstimmung, welcher ein europaweites Verbot bestimmter Neonicotinoide, den Mitverursachern des weltweiten Bienensterbens, zur Folge gehabt hätte. Landwirtschaftsminister Nikolaus Berlakovich stimmte im Namen Österreichs gegen diesen Vorschlag und trug maßgeblich dazu bei, eine qualifizierte Mehrheit für ein EU-weites Moratorium zu verhindern. Durch einen Abänderungsantrag sollen die Mitgliedsstaaten selbst entscheiden dürfen, ob sie die Insektizide weiter einsetzen: für den dringend nötigen Schutz der Bienen höchst kontraproduktiv und gefährlich.
In Österreich fordert Umweltsprecherin Christiane Brunner seit über drei Jahren ein Verbot bienenschädlicher Insektizide bei der Maisbeizung – und ebenso lange werden alle Bemühungen zum Bienenschutz von der ÖVP blockiert. Der burgenländische Umweltminister fühlt sich offenbar der Chemie-Lobby weit mehr verpflichtet und scheint darüber eines zu vergessen: er ist ersetzbar – Bienen sind es nicht !

Aus aktuellem Anlass laden Grüne Bildungswerkstatt und die Grünen 55plus Burgenland zur Diskussion mit Experten und unmittelbar Betroffenen, Naturschützern und besorgten BürgerInnen. Gezeigt wird der viel beachtete Film „More than Honey“ von Regisseur Markus Imhoof. Start der Veranstaltungsreihe ist am 16. April im Kulturzentrum Güssing; weitere Termine – im Mai in den Bezirken Mattersburg und Neusiedl – werden folgen.

Gelegenheit über eine dringend notwendige, neue und „grüne“ Europapolitik zu diskutieren, bietet sich am 25. April im Europahaus Burgenland: Ulrike Lunacek (Vizepräsidentin der Grünen im Europaparlament) läd zum Gespräch mit Robert Menasse (Schriftsteller, „Der Europäische Landbote: Die Wut der Bürger und der Friede Europas oder Warum die geschenkte Demokratie einer erkämpften weichen muss“), Alexandra Strickner (Attac), Georg Feigl (Experte für Europäische Wirtschaftspolitik, AK-Wien) und Ilse Hirschmann (Werkstatt für Kunst im Leben). Moderation: Elias Bierdel (Friedensburg Schlaining); einleitende Worte: Gerhard Schumacher (Sprecher der Grünen Wirtschaft Burgenland).

Auf einen intensiven Start ins Frühjahr freut sich
—-das Team der Grünen Bildungswerkstatt Burgenland

Aus dem Newsletter der Grünen Bildungswerkstatt vom 7. April 2013

http://www.biologisch.at/Bio-News/Leben/Bienensterben-nimmt-kein-Ende.html

Bienensterben nimmt kein Ende

Giftige Maisbeize in D und I verboten, in Ö nicht! Foto: www.imkereizentrum.at

OÖ. Landesverband für Bienenzucht bittet um Unterstützung im Kampf gegen den Einsatz von Nervengiften, die die heimischen Bienen bedrohen.

Bereits 2008 gab es in Deutschland durch den Einsatz von Neonicotinoiden, das sind Nervengifte,  zur Maisbeizung massive Bienenverluste: 12.500 Bienenvoelker waren geschaedigt (800 Imker betroffen). Dieselbe Situation war in der Po-Ebene zu beobachten mit 50.000 (!) betroffenen Bienenvoelkern und einer regelrechten Flucht der Imker mit ihren Voelkern aus dieser Region.

Daraufhin wurde die Zulassung dieser Mittel in Deutschland und Italien aufgehoben. Auch heuer, 2010, hat es in beiden Laendern keine Zulassung gegeben. Anders in Oesterreich: Da die 2008 aufgetretenen Bienenschaeden nicht wissenschaftlich dokumentiert waren, sah man in Oesterreich leider keine Veranlassung zu einem Verbot.

2009 wurden vom Bieneninstitut der AGES alle Verdachtsfaelle untersucht und bestaetigt, dass alle von Imkern beobachteten und gemeldeten Faelle tatsaechlich Vergiftungsschaeden in Zusammenhang mit der Maisbeizung sind. Die Dunkelziffer der nicht erkannten oder nicht gemeldeten Vergiftungsschaeden ist hoch. Es wurden auch in Betrieben ohne Vergiftungsverdacht Bienenbrotproben (Bluetenpollen in Waben eingelagert) gezogen und in 10 von 16 Betrieben (67 Prozent) war eine Belastung durch Beizmittelwirkstoffe nachweisbar. Trotzdem wurden diese Wirkstoffe fuer 2010 neuerlich zugelassen und erfahrungsgemaess wird 50 Prozent des Maissaatgutes damit gebeizt.

Auch heuer kam es in Österreich wieder zu Vergiftungen

Die Vergiftungssituation wiederholte sich 2010 ganz analog. Auch dieses Jahr wurde die Mehrzahl der Verdachtsfaelle bei Bienenvergiftungen positiv bestaetigt. Dies zeigt dass die von der AGES fuer den Anbau verordneten Auflagen nicht ausreichend sind, um eine Vergiftung auszuschliessen.

Die Bienen sind ein hochwirksamer Bio-Indikator: sie zeigen Fehlentwicklungen im Oekosystem unmittelbar auf und weisen auf Probleme mit negativen Folgen fuer die Nahrungsproduktion und die Biodiversitaet in aller Deutlichkeit hin. Ein Umdenken in der Anwendung dieser extrem wirksamen Nervengifte ist hoechst angebracht.Ersuchen an Herrn Bundesminister Berlakovich, die Zulassung dieser Mittel zurückzuziehen: Jetzt unterzeichnen

“Egal was die Bauern machen, sie haben immer Schuld”
Imker Jagersberger spricht in der Interviewserie “Bienensterben” von Global 2000 über die “Feigheit Entscheidungen abzulegen” und den Chemiekonzernen, die sich aus der Verantwortung stehlen. Zum Interview


Quellen:

www.imkereizentrum.at
www.global2000.at