Info Gemeinnützige Nahversorgung

Liebe Gesinnungsfreunde und liebe Mitgestalterinnen und Mitgestalter der Gemeinnützigen Nahversorgung!

Nach einer längeren „Kunstpause“ melde ich mich zurück. Inzwischen hat sich einiges getan. Immer mehr Menschen beginnen zu verstehen, dass die Globalisierung kein nachhaltiges Allheilmittel ist und dass unsere „Überflussgesellschaft“ einem Ende zusteuert und dass wir dringend beginnen müssen, ganz neue Wege zu beschreiten und dabei selbst aktiv zu werden:
Konsumenten brauchen „VERSORGUNGSSICHERHEIT“
Regionale Kleinunternehmer brauchen „ABSATZSICHERHEIT“
Beide Ziele sind über die „GEMEINNÜTZIGE NAHVERSORGUNG“ erreichbar, wenn wir RECHTZEITIG damit beginnen regionale Selbstständigkeit im persönlichen Bekanntenkreis in die Tat umzusetzen und zielstrebig EIN FREUNDSCHAFTLICHES VERTRAUENSVERHÄLTNIS zwischen den Erzeugern und den Konsumenten aufzubauen. Versorgungssicherheit und Absatzsicherheit ergänzen sich in einer von Freundschaft und Solidarität geprägten Gemeinschaft ganz automatisch und alle Teilnehmer profitieren davon – ganz besonders in wirtschaftlich schwierigen Zeiten.

Gerade jetzt sollten wir versuchen die regionale Nahversorgung in die Ortszentren zurück zu bringen!
Es gibt schon viele Versuche, dies in die Tat umzusetzen und auch ich befasse mich derzeit intensiv mit diesem Vorhaben, das wir über unsere Hofgemeinschaft Schirnitz – http://nahversorgungs.net/hofgemeinschaft_schirnitz.html – starten und in die Tat umsetzen wollen:
Andreas Schweighofer wird schon am 1. 9. 2014 ein kleines Handelsunternehmen gründen, die
Naturgenuss Organisation
http://www.naturgenuss.org
Ein wirklich mutiges Unterfangen – gerade in einer Zeit, wo offenbar gerade die letzten Kleinbetriebe zum Aufgeben gezwungen werden sollen, wollen Andreas und seine Partnerin Anna ein neue Lebensmittelgeschäfte eröffnen?! Ein Experiment, das man mit Interesse beobachten sollte.

Die Naturgenuss Organisation möchte auf längere Sicht mehrere Verkaufsläden in den Ortszentren betreiben und die Belieferung mit echten „Lebensmitteln“ aus der Region organisieren. Industriell hergestellte Bio-Produkte werden generell nicht angeboten, stattdessen aber:
Bio-„Lebensmittel“ mit Stammbaum – ein Bio-Standart mit erhöhten Ansprüchen, der ein Vertrauensverhältnis über eine totale Transparenz schafft und mehr bietet als das offizielle Bio-Zertifikat, das ja leider immer mehr an die industrielle Produktion angepasst wird.
Naturgenuss mit Garantie – mit diesem speziellen Zertifikat garantiert die Naturgenuss Organisation für natürlich gewachsene Lebensmittel, ohne Einsatz von Pestiziden und von anderen unnatürlichen Mitteln und Methoden.
Hausgemachte Spezialitäten – damit wird Nebenerwerbslandwirten, aber auch Hobbygärtnern und einfachen Hausfrauen und darüber hinaus allen Menschen mit Kreativität die Möglichkeit geboten, ihre selbst hergestellten Spezialitäten unter regulären Bedingungen zu verkaufen – wen diese den strengen Kriterien der Naturgenuss-Garantie entsprechen.
Imbiss und fertige Speisen – die tägliche Offenhaltung eines Verkaufsladens wird nur möglich sein, wenn im Laden auch hochwertige Imbiss-Produkte, Salate, Fruchtsäfte, belegte Brötchen und dergleichen zubereitet- und von den Kunden auch entsprechend angenommen werden.
Biokisterl-Abholstation – Ein täglich geöffneter Laden kann natürlich ideal als Abholstation für die schon sehr beliebten Bio-Kistern genutzt werden.
Die Solidarische Landwirtschaft (CSA) – soll über diese Naturgenuss-Läden intensiv unterstützt werden. Es können ja dafür eigene Abhol-Bereiche im Laden bereitgehalten werden.
Es ist zu hoffen, dass der erste Naturgenuss-Laden schon bald im Zentrum von Gleisdorf entstehen wird ….?

Die Naturgenuss Organisation schafft viele Nebenerwerbs-Möglichkeiten
Generell ist geplant, die „Selbstständige Erwerbstätigkeit“ als Grundprinzip einzuführen.

Derzeit versuche ich gerade, ein neues „Freies Gewerbe“ zu kreieren – die
Nahversorgungs-Unternehmer:
Handel – auch mit landwirtschaftlichen Produkten, die selbst geerntet, transportiert, konserviert, verpackt, als Dienstleister von Landwirten bearbeitet, als einfach zubereitete Fertig-Speisen verkauft- oder als Imbiss verabreicht werden.

Falls dieses neue „Freie Gewerbe“ vom Gewerbeamt anerkannt wird, dann sind die für diesen Beruf notwendigen, wichtigen und auch einwandfrei erlaubten Tätigkeiten über die Berufsbezeichnung „Nahversorgungs-Unternehmer“ klar und übersichtlich definiert und zusammen gefasst.
Im Prinzip gelten diese Tätigkeiten ja ohnehin jetzt schon als „Nebentätigkeiten“ des Handelsgewerbes und sollten daher auch mit einem einfachen Handelsgewerbe legal ausgeübt werden können. Aber es wäre natürlich vorteilhafter, wenn einige noch bestehende Unsicherheiten und „Graubereiche“- und damit eine andauernde Gratwanderung am Rande der Legalität vermieden- und durch klare Definitionen ersetzt werden könnten.

Wer den Mut, den Geist und die Fähigkeiten hat, ist eingeladen, selbst diesen Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen.
Unser Netzwerk ist schon stark genug, um die Neugründung von Lebensmittel-Läden in den Ortszentren zu unterstützen.
Und die Naturgenuss Organisation steht ab September zur Verfügung, wenn es darum geht, das regionale Lebensmittelangebot mit noch fehlenden Produkten zu ergänzen.
Die Führung eines Naturgenuss-Ladens schafft zumindest einen Vollzeit-Job
für einen Nahversorgungs-Unternehmer oder für eine Nahversorgungs-Unternehmerin. Daneben können aber auch die Möglichkeiten von geringfügigen (Neben-) Beschäftigungen ganz regulär genutzt werden – beispielsweise auch von Pensionisten, von Arbeitslosen oder von Teilzeitbeschäftigten oder von Leuten die ganz einfach Zeit und Lust dazu haben. Inzwischen haben wir schon einige Erfahrungen gesammelt, auch über die Möglichkeiten der Unternehmensgründungs-Programme, die vom AMS angeboten werden. (Spezielle Informationen darüber sind verfügbar).
Ein Nahversorgungs-Unternehmen kann auch nebenberuflich als „Kleingewerbe“ betrieben werden.
Unterhalb der Geringfügigkeitsgrenzen (Nettoeinkommen unter ca. 4700,-€ Jährlich und maximal 30.000,- Euro Jahresumsatz) fallen überhaupt nur die Kammerumlagen (ca 100,- pro Jahr) an.
Die „Gemeinnützige Nahversorgung“ wird immer wichtiger.
In Zeiten, wo immer mehr Menschen Probleme haben einen Job zu finden und mit ihrem Einkommen auch „auszukommen“, gewinnen regionale Gemeinschaftsinitiativen und auch die Möglichkeiten eines geringfügigen Nebeneinkommens (Monatlich maximal ca 450 Euro) immer mehr an Bedeutung. Das sollte für uns eine zusätzliche Motivation sein, solche Initiativen aktiv zu unterstützen und generell in den Regionen näher zusammen zu rücken, die persönlichen Talente zum Einsatz zu bringen und vermehrt die regional vorhandenen Möglichkeiten zu nutzen.
Persönliche Vertrauensverhältnissen entstehen ganz von selbst, wenn wenn Konsumenten und die Produzenten damit beginnen, gemeinschaftlich zu denken und sich gegenseitig zu unterstützen. Je mehr diese Gesinnung platz greift, desto beruhigter können wir in die Zukunft blicken.

Ich wünsche Euch allen einen wunderbaren Herbst, der euch jene Sonnenstunden zurück bringt, die uns dieser Sommer bisher vorenthalten hat.
Liebe Grüße
Alois

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