Bewusst Mensch sein

Gia Simetzberger 28 01 2016 – aus aktuellem Anlass

„Bewusst Mensch sein“

Über Herzmenschen, den Bewusstseinswandel, den kritischen Blick, das Klären unklarer Begriffe und den Weg der Mitte

Heute lief im ORF im Rahmen der Sendung „Am Schauplatz“ ein ausführlicher Beitrag über die Freeman-Bewegung in Österreich. Die Berichterstattung erfolgte sachlich und objektiv. Sie weckte jedoch Erinnerungen und bot den Anlass zum folgenden Essay.

In der Phase 2012/2013, in der die KRISTALLQUELLE besonders intensive Aktivitäten entfaltete, kam es zu vielen Kontakten mit zahlreichen interessanten Persönlichkeiten. Mit kreativen Menschen, mit Therapeuten, Lebensberatern, Forschern, Journalisten, Wirtschaftswissenschaftern, Landwirten, Schamanen… Wir verdanken ihnen viel interessanten Einblicke.

Durch das Netzwerk und persönliche Kontakte wurden natürlich auch andere Veranstaltungen besucht – Stammtische, Seminare, Tagungen unterschiedlichster Art, Filmabende, Ausstellungen.

Hinzu kommen digitale Aktivitäten in großer Zahl – Korrespondenz, Lektüre, Recherchen…

IMG_4672All das hat mir einen ziemlichen Überblick über die derzeitige Lage in und um unser Land beschert. Wobei man natürlich philosophisch oder kritisch-forscherisch gleich kontern muss: Eigentlich wissen wir nichts. Wir haben keine Ahnung, warum es sich die Radieschen antun, rot zu sein, denn wer sieht das schon unter der Erde? Und auch mit dem postulierten Urknall ist es so eine Sache wenn Zeit kein absoluter Begriff ist und im Grunde genommen alles „gleichzeitig“ geschieht?

Ich behaupte also keineswegs, dass ich die Lage verstehe. Einen Überblick habe ich gewonnen, das ja. Im Klartext: Wenn man all das bunte Treiben ansieht, sehe ich nur Menschen, die sich redlich bemühen, glücklich zu sein. Viele davon fühlen sich aus persönlichen Motiven welcher Art immer auch dazu verpflichtet, einer größeren Schar zu mehr Glück zu verhelfen.

Immer wieder kommt es vor, dass Menschen sogar davon überzeugt sind, dass sie die Welt retten können. Wobei dies im philosophisch-ganzheitlichen Sinn ja gar nicht so lachhaft ist, denn, wie wir wissen, jeder von uns schafft sich seine Realität. Was jeder Einzelne von uns denkt und tut, ist keineswegs unwichtig. Die Implikationen – nun, das wäre ein weiteres spekulatives Thema für sich.

IMG_2528Nur, was diverse Heilslehren, Patentlösungen und Sendungsbewusstsein anbelangt – wir wissen, wohin das führt. Und dennoch sind auch die Intelligentesten nicht dagegen gefeit, zu sehr einer Anschauung anzuhaften und dabei unkritisch zu werden. Es ist immer anzuraten, sich aus der jeweiligen Perspektiven, so faszinierend sie im Moment auch sein mag, zum Nachdenken in eine übergeordnete Perspektive (Meta-Perspektive) zu begeben und sich selbst ein Weilchen dabei zuzuschauen, womit man sich gerade wieder identifiziert.

Eine andere probate Möglichkeit, Nachteile einer Verstrickung in Aktivitäten zu vermeiden, die man später womöglich bereut, ist das Einnehmen einer Perspektive als potenzieller Vermittler in einem Nachdenkprozess. Wie zeigt sich mir eine Situation, wenn ich sie von beiden oder gar mehrere Seiten betrachte?

Wir haben auf unseren Seiten wunderbare Menschen wie Prof. Franz Hörmann und Joe Kreissl eingetragen und bewusst bleiben diese Eintragungen permanent bestehen. Wunderbar, ja, denn gerade diese beiden haben mit offenen Herzen, Grundehrlichkeit, Überzeugung und fast schon mit der Naivität eines Kindes Schwachpunkte unserer Gesellschaft aufgezeigt. Wir haben sie in persönlichen Begegnungen schätzen und lieben gelernt. Sie sind authentisch. Sie wollen etwas Positives bewirken. Enorme fachliche Kompetenz auf der einen Seite, etwas von den griechischen Philosophen auf der anderen Seite. Beide hinterfragen, sind Vordenker, Pioniere – auf ihre spezielle Art.

CIMG0594Ein paar Zeilen können beiden Persönlichkeiten nicht gerecht werden. Weder Hintergründe noch Zusammenhänge, nichts vermag ich an dieser Stelle wirklich zu schildern.

Es geht mir hier um die Betrachtung der Qualitäten: Menschen mit offenen Herzen, die in dieser Zeit der raschen Veränderungen die Lebensbedingungen auf unserem Planeten kritisch betrachten und Fehlprogramme aufzeigen. Es geht mir um die Reaktionen auf das mutige Auftreten solcher Pioniere.

Da ist die große indifferente, uninteressierte, uninformierte Masse mit Menschen, die andere Sorgen haben, andere Schwerpunkte – was auch immer. Da gibt es Befürworter, Fans, Nachahmer, Kritiker, Gegner, Menschen, die sich angegriffen fühlen. Normal, wie immer, wenn etwas neu ist ein bisserl anders ist, polarisiert.

IMG_4667Sowohl Prof. Dr. Franz Hörmann als auch der Künstler Joe Kreissl haben mich im persönlichen Gespräch mit ihrer Einfachheit berührt. Wir sind Menschen, fühlende Wesen, es ist unser Anrecht, ein gutes Leben zu leben, und nicht eines in künstlicher Verknappung, nicht eines, in dem wir nur funktionieren sollen…

Diese Einfachheit wa für mich immer schon groß. Sie berührte mich zutiefst, als ich die grundlegenden Leheren Jesu in mich aufnahm, als ich mich mit der Lehre Buddhas auseinandersetzte, mit dem Sufismus und der Weisheit Lao-Tses.

Wie klein ist hingegen die Kapazität der Menschen, die nur tun, was ihnen angeschafft wird, und nicht hinterfragen, worauf es wirklich ankommt. Sie können innere Größe ja gar nicht begreifen, also urteilen sie nur nach dem, was ihnen vorgegeben wird.

Nein, ich möchte sie nicht idealisieren, die beiden. Sie sind Menschen wie du und ich, mit Stärken und Schwächen. Mit der Schlichtheit, der alle Weisheit zugrunde liegt, sollten sie eigentlich andere Menschen anrühren und in ihnen etwas erwecken, was uns immer mehr verloren geht: die Menschlichkeit.

IMG_1973Menschlichkeit sollte an erster Stelle stehen. Was nicht hinreißen soll, dass man die Vernunft über Bord zu werfen. Es ist Zeit zu erkennen, dass es unser aller Pflicht ist, eigenverantwortliche, bewusste Menschen zu sein. Menschen, die an sich arbeiten. Die nicht Probleme auf andere abwälzen, anderen Schuld zuweisen, sondern sich aus ihrer „Komfortzone“ begeben und die Welt hinterfragen. Die sich von unnötigen Ritualen und Dogmen befreien.

Stattdessen wir nach Paragraphen und Massnahmen gesucht, um die Störenfriede, ich wollte schon sagen, ans Kreuz zu nageln. Wenn ich ein weisere Regierender wäre, würde ich solche Menschen zu mir einladen und mir ihre Erkenntnisse erklären lassen und mich darüber beraten, wie diese um Wohl aller angewendet werden können.

Wie sind wir doch meilenwert davon entIMG_4570fernt! Es mag sich jeder seinen Reim daraus machen, warum die Engagiertesten, die ihre Herzblut opfern für eine Idee, ignoriert werden und wenn das nicht funktioniert, dann eben bekämpft und umgekehrt? Das gilt für viele!

Es gibt aber noch eine andere Sache, die ich nur mehr kopfschüttelnd beobachte, und dies auf beiden Seiten. Das ist der blinde Eifer für die Sache, der die Klärung wesentlicher Grundfragen außer acht lässt. Nun bin ich weder die geborene noch die begabteste und schon gar nicht eine stolze Juristin, aber wenn es um Staatstragendes und die Grundrechte des Menschen Berührendes geht, so sollte doch eine gründliche juristische Recherche erfolgen.

Das ist in der Tat etwas Mühsames, zumal die Juristen ja – wie andere Disziplinen auch – nicht gelernt haben, ein Thema gründlich zu durchleuchten, das womöglich übergreifend ist und nichts mit ihrem Fachgebiet, auf das sie sich letztlich spezialisiert haben, zu tun hat. Solche Mehrarbeit würde man ja doch nur tun, wenn einem jemand den gut bezahlten Auftrag zu erteilen würde, oder? Das gilt jetzt für die „Herausforderer“ gleichermaßen wie für die Verwalter des Bestehenden.

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Foto: Oneye

Nicht, dass sie nicht nach den Grundlagen geschürft hätten. Das tun sie, Doch sie haben meiner Meinung nach zu wenig geschürft. Und es sollte so etwas in der Art eines profunden Gutachtens bzw. Buches geschaffen werden. Es wäre sogar interessant, wenn ein Band erschiene, der unterschiedliche Meinungen zusammenfasst… Und dann wieder  wäre das Resümee in allgemein verständliches Deutsch herunterzubrechen und weiterzugeben.

Da man sich nicht mit dem schweren Brocken auseinandersetzt, die rechtlichen Grundlagen gründlich zu durchleuchten, kommt es zu endlosen Scharmützeln, die doch gar nicht nötig wären. Nun, das ist ein allgemein gehaltenes Statement. Es besteht Hoffnung, dass die Menschheit trotz oder vielleicht sogar wegen aller globaler Zerreißproben munter wird und ein wenig erwachsener… Mit einem gesunden „inneren Kind“ und mit Herzenswärme. Mit tapferem Aufarbeiten von inneren Hindernissen, auch Blockaden genannt. Mit Aufklärung und Hilfestellung bei jenen, die sich dieser Möglichkeiten gar nicht bewusst sind.

Dann ist es möglich, einen Weg der Mitte einzuschlagen. Balance, das bedeutet

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Foto: Oneye

Selbstdisziplin und Loslassen zugleich. Das ist gar nicht kompliziert – wen man weiß, wie es geht. Und das kann man wissen, denn es gibt heute reichlich Zugänge, wenn nur ein Wille vorhanden ist.

Ja, all das ist es, was ich unter „Bewusst Mensch sein“ verstehe. In all den Jahren, in denen ich dieses Menschsein erfahren darf, bestätigt sich unentwegt, dass wirklich alles im Leben auf die Einstellung ankommt. Ich hoffe, was im Privatleben offenbar allen einleuchtet, findet seinen Eingang auch in Gesellschaft und Politik. Mein Wunsch gilt auch für den anderen Aspekt des gründlichen Hinterfragens: Nicht was wir alle brav in der Schule und an der Universität gelernt haben ist es schon. Es ist Zeit zu hinterfragen; Warum und mit welchem Interesse und von wem wurde es uns gelehrt? Und könnte die Wirklichkeit nicht von dem abweichen, was uns als Wirklichkeit vermittelt wurde?

Ich habe mir schon einmal eine Tagung ausgemalt, in der Gelehrte unterschiedlicher Disziplinen ihren Lernstoff vergleichen und zu erkennen beginnen, dass manche Bereiche ausgegrenzt wurden, da wie dort. In schwierigen Situationen wie der großen „Flüchtlingswelle 2015“ frage ich mich, warum nicht sofort eine Krisensitzung einberufen wird, die in Permanenz tagt, bis Lösungen gefunden werden. AIMG_2524lles erscheint mir auseinander dividiert zu sein und nur an der Oberfläche zu kratzen… wie die Klimakonferenzen, die keiner mehr ernst nimmt.

Wer würde eine solche Tagung einberufen? Wer würde eine solche Krisensitzung initiieren? Eben? Diesen „Jemand“ gibt es nicht. Wenn man solche Situationen sozusagen „auf Standbild“ stellt, wird man feststellen, dass wir in kopflosen Staatsgebilden leben. Ich finde, das sollte uns schon zu denken geben.

Die vermeintlichen Störer sind es, die doch datauf aufmerksam machen, dass ein harmonisches Miteinander gar nicht funktionieren kann, gar keine Handlungsfähigkeit gegeben ist – wie soll sich etwas entwickeln, bereinigt, aufgeklärt werden?

Das stelle ich hier einfach mal in den Raum und werde weiterhin in meinem Bereich mein Möglichstes zu einer harmonischen Entwicklung beitragen.

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